Da`wah - Der Ruf zum Islam Muslime reden in der Regel nicht gern von islamischer "Mission", denn Gesandte (= Missionare) Gottes sind eigentlich nur einige der wichtigsten Propheten. Mit der Sendung Muhammads, des "Siegels der Propheten" (Sure 33,40) und der Herabsendung des Koran ist die göttliche Mission zum Abschluß gekommen.
Dennoch ist der Islam in dem Sinne eine "missionarische" Religion, daß er auf Ausbreitung angelegt ist. Er beansprucht universale Gültigkeit (Sure 34,28).
kann die Gemeinde Jesu Christi nur durch "Mission" aufgebaut und ausgebreitet werden. B
Das Ziel biblischer Missions tätigkeit ist,dass Menschen die Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus hören und zum persönlichen Glauben an ihn kommen, um dadurch ewiges Leben zu empfangen und in seine Gemeinde eingefügt zu werden.
Deshalb ist es im Blick auf die "Schriftbesitzer" (Christen, Juden und Zoroastrier) ausreichend, wenn sie dem Machtbereich des Islam unterworfen sind; als Einzelne müssen sie nicht zum Islam übertreten, sondern können - im Rahmen der islamischen Ordnung! - ihren Glauben beibehalten.Da man ungern auf die von ihnen zu zahlende Kopfsteuer verzichten wollte, wurden sogar zeitweilig, wie z.B. im Osmanischen Reich, Massen übertritte zum Islam gar nicht gern gesehen. (Nur die eigentlichen Polytheisten müssen bis zur Annahme des Islam bekämpft werden - was allerdings auch nicht immer und überall geschah.)
Da`wah wendet sich oft in besonderer Weise an Personen in Schlüsselstellungen,um möglichst wirksam gesellschaftliche Strukturen beeinflussen zu können. C
Mission im biblischen Sinn geht nicht über die Verkündigung des Wortes Gottes hinaus; alles Weitere muss sie dem Wirken des Heiligen Geistes und der Entscheidung jedes einzelnen Zuhörers überlassen.
Im Islam wird (unter Hinweis auf Sure 2,256) oft betont, dass auf die Schriftbesitzer kein Zwang ausgeübt werden dürfe, Muslime zu werden. Dennoch kann es auch ihnen gegenüber Gründe zur Gewaltanwendung geben: 1. um zu verhindern, dass Muslime in fremden Ländern der
Unterdrückung, Verfolgung oder Verführung (evtl.durch christliche
Mission) ausgesetzt werden; 2. um die Verhinderung islamischer Missionstätigkeitin
nicht-islamischen Ländern zu bekämpfen (Khoury, Was sagt
der Koran zum Heiligen Krieg?, S. 18).
So kommt sehr nahe hinter dem "Wort" das "Schwert" zum Vorschein.
Es gibt keine eindeutige und vor allem keine unüberschreitbare Grenze zwischen friedlicher Einladung zum Islam und der Androhung und Anwendung von Gewalt. Das heißt nicht, dass der Islam sich in vielen Gegenden nicht auf friedlichem Wege ausgebreitet habe: Oft waren es muslimische Händler und Reisende, die durch ihr Vorbild und ihre Verkündigung Menschen in ihrer Umgebung bewogen, den Islam anzunehmen.
D
Biblische Mission wendet sich vor allem an Herz und Gewissen eines Menschen, um ihm zu zeigen, dass er als Sünder Vergebung braucht, und um ihn einzuladen, die Versöhnung mit Gott als Geschenk Seiner Gnade anzunehmen.
Da`wah geschieht häufig in Form von Informationsveranstaltungen ("Islamischen Wochen" etc.) und Debatten. Muslime in Europa versuchen dabei, ein möglichst positives Bild vom Islam zu zeichnen, z.T. indem sie Sachverhalte, die für westliche, humanistisch geprägte Menschen anstößig sein können (z.B. die Stellung der Frau, die Strafen für den Abfall vom Islam), umgehen oder entschärfend interpretieren. Andererseits benutzen sie die Schriften Bibel kritischer "christlicher" Theologen, um den christlichen Glauben als unvernünftig und überholt darzustellen. |