Heiliger Krieg – Kein Wort aus dem Koran Wie kann man die Schrecken des Krieges mit dem Attribut „heilig“ verbrämen wollen? Gerade im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen mit den entsetzlichen Folgen auch für Unschuldige und Unbeteiligte sollte man den Zynismus in diesem unseligen Ausdruck erkennen.
Der Islam hat nie das Wort vom „Heiligen Krieg“ geprägt. Schon die wörtliche Übersetzung ins Arabische ergäbe einen schieren Nonsens. „Dschihad“ meint die Anstrengung auf dem Weg Gottes. Dabei meint der „große Dschihad“ das Streben nach einem verantwortungsbewussten Leben im Sinne eines ausgeglichenen Miteinanders. Salopp könnte man vom „Überwinden des inneren Schweinehundes“ sprechen, um die Beachtung ethischer Werte gegenüber persönlichem Egoismus zu garantieren. Einzig im Verteidigungsfall kann der „kleine Dschihad“ eintreten, wenn der Muslim in eine bewaffnete Auseinandersetzung verstrickt wird. Und selbst hier gelten strenge Regeln, die Zivilbevölkerung und Umwelt schützen sollen.
Nicht erst seit dem 11. September besteht dringender Aufklärungsbedarf. Die verbreitete Angst vor einem die Dominanz unter Anwendung jeglichen Mittels anstrebenden Islam kann nicht nur das Verhältnis zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens belasten, sondern den Vorwand für eine populistische Politik der Ausgrenzung und Diskriminierung von Muslimen liefern. Frau Professor Susanne Heine zeigt in einer Studie über das Islambild in deutschsprachigen Schulbüchern eindringlich auf, dass immer wieder durch eine vorurteilsbesetzte Behandlung des Themas dem Islam „die Gewaltanwendung und damit der „Missbrauch der Religion“ in die Wiege seines Selbstverständnisses gelegt worden sei.“
Es scheint in Mode, durch aus dem Zusammenhang gerissene Koranzitate dem Islam an sich die Neigung zu Angriffskriegen zu unterstellen. Dies ist genauso wenig legitim, als wollte ein Muslim mit dem Satz aus Matthäus 10/34: „ Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“, das Christentum ständiger Gewaltbereitschaft bezichtigen.
Der Islam aber sieht die Vielfalt der Religionen, Kulturen, Sprachen und Völker als etwas gottgewolltes an. „Oh ihr Menschen. Wir haben euch von Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, dass ihr einander kennen möchtet. Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Gott der, der unter euch der Gerechteste ist.“ (Koran 49/14)
Abschließend sei an ein Wort des Propheten Muhammad erinnert, der als größten Dschihad bezeichnete, wenn man einen Tyrannen auf sein Unrecht im Gespräch hinweise. Zivilcourage, gepaart mit Besonnenheit und dem Einsatz für eine Kultur des Dialogs tut not. Islam versteht sich nicht nur in der Theorie als eine Religion des Friedens, wie es die Mehrheit der Muslime gerade unter den jetzigen traurigen Umständen durch ihr Verhalten sichtbar machen möchte.
__________________ İmtisali cahidu fillah olubtur niyetim,
Dini islamın mücerred gayretidir gayretim.
Fazlı Hak ve hikmeti cündü ricalullah ile,
Ehl-i küfrü serteser kahreylemektir niyetim.
Embiyau evliyaya istinadım var benim,
Lütfü Haktandır hemen ümidi fethu ve nusratım.
Nefsim ve malımla nola kılsam cihanda içtihad,
Hamdülillah var gazaya sad hazaran rağbetim.
Ey Muhammed! Mucizatın Ahmedi muhtar ile,
Umarım galib ola Edayı dine devletim! |