Warum greift der Atheismus (ilhad) immer weiter um sich?
Atheisten bestreiten die Existenz Gottes. Sie befolgen Seine Gebote nicht, lehnen religiöse Reflexion und Ernsthaftigkeit ab und halten sich für vollkommen unabhängig. Da ihre Überzeugungen nicht mit dem Konzept der Sünde in Einklang zu bringen sind, glauben diese Menschen oft, sie könnten leben, wie es ihnen gefällt, und schädigen ihre Herzen und ihren Verstand. Der Atheismus verbreitet sich immer weiter, weil die Erziehung missbraucht wird, weil Jugendliche vernachlässigt werden und weil Schulen ihn begünstigen und fördern.
Die Unkenntnis der wichtigsten Grundbegriffe von Glauben und Religion ist die Hauptursache der Verbreitung des Atheismus. Individuen, deren Verstand, Herzen und Seelen nicht nach der Wahrheit streben, werden verletzlich. Nur die Unterstützung und die Gnade Gottes können sie vor Unheil bewahren. Gesellschaften sollten versuchen, ihre Bevölkerung davon abzuhalten, sich dem Atheismus zuzuwenden, damit sie nicht selbst Schaden nehmen.
Atheismus manifestiert sich zunächst einmal als ein mangelndes Interesse an den Glaubensgrundsätzen. Atheisten halten ihr Desinteresse für positiv und werten es als einen Beweis für einen unabhängigen Geist und als ein Indiz für die Gedankenfreiheit. Die Anforderungen, die die Religion an die Gläubigen stellt, sind streng. Gleichgültigkeit aber tendiert immer zum Einfachen. Der Mangel an ernsthaften Bemühungen um Reflexion schlägt schnell in Nachlässigkeit, Achtlosigkeit und anschließend dann in Atheismus und gelegentlich sogar in Verachtung der Religion um. Atheismus ist also nicht das Resultat vernünftiger Überlegungen, unmittelbarer Erkenntnis und Erfahrung oder wissenschaftlicher Wahrheit, sondern die Konsequenz passiver Gleichgültigkeit oder aktiver und militanter Rebellion.
Die zahllosen Manifestationen Gottes im Universum zeugen davon, dass es nur einen einzigen Schöpfer und Sachverwalter gibt, der das Universum verwaltet, nicht aus den Augen lässt und in Gang hält. Jede einzelne dieser Manifestationen können wir uns als einen Brief oder als ein Buch Gottes vorstellen, der bzw. das Seine Attribute für uns so widerspiegelt, dass wir sie verstehen können. Seine Attribute sind in der ganzen Schöpfung sichtbar. Doch diejenigen, die dies nicht begreifen,
präsentieren die Natur einschließlich ihrer Beziehungen und Prinzipien auf eine Art und Weise, die viele Menschen und insbesondere Jugendliche vom Weg der Wahrheit abbringt.
Über das zerbrechliche Gleichgewicht und über die wunderbare Harmonie der Welt der Natur ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Diese Ordnung kann nur auf einen einzigen Allmächtigen Gott zurückgeführt werden. Planeten und Sterne bewegen sich innerhalb einer Einheit von Strömungen und Bahnen, die unendlich viel exakter ist, als alles, was der Mensch zu erschaffen vermag. Wenn das, was wir Menschen hervorbringen, als Beweis für unsere Intelligenz herhalten soll, warum zählt dann das weit größere und kompliziertere Universum nicht als Beweis für die Kunstfertigkeit Gottes?
Die Natur ähnelt einer großen Fabrik, die über eine unglaublich große schöpferische Kraft verfügt. Die Arbeitsprinzipien dieser Fabrik sind erstaunlich empfindlich und anpassungsfähig, andererseits hat sie aber auch immer wiederkehrende Rhythmen und Muster tief verinnerlicht. Woher also stammen die Gesetze, nach denen sie funktioniert? Die Behauptung, die Natur habe sich selbst erschaffen, ist nicht gerade überzeugend. Jedes einzelne Gesetz mag vielleicht die Fähigkeit zu organisieren besitzen, doch wo liegt der Ursprung der Summe aller Gesetze?
Prinzipien gehören nicht zu den entscheidenden Attributen eines Körpers oder eines Wesens und spielen von daher nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind an deren Substanz und Essenz gebunden. Attribute können nicht vor oder unabhängig von dem Gefüge oder dem Organismus existieren, dessen Attribute sie sind. Wenn eine Pflanze also die Kraft, sich selbst zu organisieren, demonstriert, indem sie sich um Licht, Feuchtigkeit und Nährstoffe für ihr Wachstum bemüht, dann heißt das nicht mehr, als dass dem Samenkorn, aus dem sie hervorgegangen ist, eine begrenzte Kraft zur Selbsterhaltung verliehen wurde. Auf ähnliche Art und Weise funktioniert auch das physikalische Prinzip der Anziehung innerhalb von und durch existierende Massen, Distanzen und Kräften. Die Behauptung, diese Prinzipien seien der Ursprung oder die Quelle existierender Körper oder Wesen ist jedoch unhaltbar. Genau abwegig ist das Selbstvertrauen, mit dem an dieser Behauptung festgehalten wird. Zu versichern, dieses erhabene und wohl geordnete Universum sei das Produkt willkürlichen Zufalls, ist absurd, unproduktiv und wenig wissenschaftlich, denn es gibt keinen einzigen Beweis, der diese These untermauern würde.
Der amerikanische Genetiker Hermann Muller kommt nach unzähligen Experimenten und intensivem Nachdenken zu dem Schluss, das die Vernunft den Ursprung des Leben nicht erklären kann. Für ihn schied der Zufall als Schöpfer des Universums aus. Nach 22 Jahren Forschung bewies das sowjetische Institut für Chemie unter der Leitung von Aleksandr Oparin, dass die Gesetze der Chemie und der chemischen Reaktionen in Bezug auf den Ursprung des Lebens keine Aussagekraft besitzen und dass die Wissenschaft nach wie vor keine Erklärung hierfür parat hat.
Wenn diese Wissenschaftler die Grenzen menschlicher Forschung anerkannten, dann taten sie dies im Namen der ganzen Wissenschaft und aller Wissenschaftler. Leider jedoch konnten ihre Arbeiten den Schaden, der von früheren weniger sorgfältigen Wissenschaftlern angerichtet worden war, nicht wieder beheben. Denn etliche so genannte Wissenschaftler hatten ihre eigenen Mutmaßungen als zuverlässige wissenschaftliche Theorien hingestellt. Ansichten und Werte der breiten Masse sind auch heute noch eher von ihren Mutmaßungen als von wissenschaftlichen Fakten bestimmt.
Ein Beispiel: Viele Lehrbücher und Enzyklopädien
präsentieren die Evolutionstheorie Darwins nach wie vor als Fakt, und nicht als Theorie. Und das, obwohl eine stetig steigende Zahl von Wissenschaftlern und Evolutionstheoretikern heute geltend macht, dass diese Theorie keine wirklich wissenschaftliche Theorie sei. Viele Kritiker geben zu, dass wir überhaupt nicht wissen, auf welche Weise die Evolution stattgefunden haben soll. Während Wissenschaftler und andere Experten verschiedene Ideen zu möglichen Ursachen und zum gegenwärtigen Stand der Evolution hervorgebracht haben, glauben die Öffentlichkeit und weniger gut informierte Wissenschaftler immer noch an die Evolutionstheorie.
Forschungsprojekte und veröffentlichte Studien wecken Zweifel an der Evolution und bemühen sich darum, ein genaueres Bild der Natur mit Schöpfungscharakter und unseres Platzes in ihr zu entwerfen. Menschen, über die man früher nur lächelte, wenn sie die Richtigkeit der Evolutionstheorie in Frage stellten, finden heute endlich Anerkennung.
In Anbetracht der Tatsache, dass ein vernünftiges und zuverlässiges Verständnis der natürlichen Welt zwangsläufig zum Glauben an einen einzigen Schöpfer führen muss, bleibt festzuhalten, dass Atheismus eher etwas mit Halsstarrigkeit, Vorurteilen und der Weigerung, Illusionen aufzugeben, zu tun hat, als mit der Unabhängigkeit des Geistes und mit Gedankenfreiheit. Am anfälligsten für den Atheismus sind Jugendliche, denn sie sind noch nicht in der Lage zu verstehen, warum sie sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten sollen und welche Konsequenzen ihr Handeln hat. Sie kennen weder ihr spirituelles Wesen noch ihre tief verwurzelten spirituellen Bedürfnisse. Auch wissen sie nicht über jenes Gleichgewicht zwischen materiellen und nicht-materiellen Werten Bescheid, das eine vollwertige menschliche Existenz auszeichnet. Jugendliche lassen sich besonders leicht von veralteten Konzepten, die als vermeintliche wissenschaftliche Realitäten
präsentiert werden, täuschen. Die Wahrheit zu lehren und zum Verstehen dieser Wahrheit beizutragen, ist deshalb heute wichtiger als die Erfüllung aller anderen Pflichten und Erfordernisse.
Sollten wir an dieser Aufgabe scheitern, werden sich Fehlentwicklungen in der Zukunft kaum noch korrigieren lassen. Unter einigen dieser Fehlentwicklungen haben wir ja auch heute schon zu leiden. Die meisten von uns haben heute keine guten Lehrer - Lehrer, die mit sich selbst im Reinen sind, deren Herz und Verstand sich im Gleichgewicht befinden, die ihre tiefsten Gedanken und Gefühle kennen, die den Wunsch verspüren, anderen zu helfen, und dazu bereit sind, Lasten auf sich zu nehmen, damit es anderen besser geht. Wir hoffen, dass es in Zukunft so viele solcher Lehrer geben wird, dass die Menschheit von ihrem moralischen und spirituellen Leid erlöst wird.
Wenn es uns gelingt, unseren Kindern solche Lehrer zur Seite zu stellen, werden diese die notwendige Stabilität im Denken und Urteilen über die großen Fragen des Lebens finden. Sie werden in der Lage sein, den Verlockungen falscher Glaubenssätze und Illusionen zu widerstehen, und sich so von der Unruhe, stets die Natur und die eigene Identität in Frage stellen zu müssen, befreien. Sie werden zumindest in mancher Hinsicht gegen den Atheismus und die mit ihm verbundenen egozentrischen und neurotischen Verhaltensweisen immun werden. Atheismus ist auf einen Mangel an Wissen und Gelehrsamkeit und auf die Unfähigkeit der Menschen, ihr Innenleben mit dem Außenleben in Einklang zu bringen, zurückzuführen. Er ist das Resultat von unterernährten Herzen und Seelen.
Die Massenmedien
präsentieren uns pausenlos neue Ideen, Lebensstile und Charakterformen, die Maßlosigkeit und bedingungslose Hingabe für sich beanspruchen. Diese Botschaften ermutigen junge Menschen, immer dem neuesten Trend zu folgen, sofortige Befriedigung zu suchen und Trivialität oder Banalität der behutsamen Pflege des Verstandes vorzuziehen.
Es liegt im Wesen des Menschen, sich schnell für Wege, die man aufregend und attraktiv findet, zu entscheiden. Das, was der Mensch nicht weiß, wird ihm dadurch jedoch immer fremder und schließlich vollkommen gleichgültig. Deshalb sollten wir versuchen, Jugendliche für ein tiefgründiges religiöses Leben zu begeistern - für ein Leben, das hin zur Ruhe und zum Licht führt, weg von der Angst und der Dunkelheit.
Jugendliche sind begeisterungsfähig und empfänglich. Sie sehnen sich nach grenzenloser Freiheit und haben unzählige unerfüllte Wünsche und Begierden. Ihre allzu großzügigen Herzen und ihr allzu freier Verstand erzeugen ein Ungleichgewicht, das sie dem Atheismus gegenüber anfällig macht. Sie legen Wert auf das kurze Vergnügen, wie mager und mickrig es auch sein mag, und kümmern sich nicht um Unglück und Elend, die dieses Vergnügen vielleicht nach sich zieht. Sie finden Freude an den Genüssen, die der Satan vor ihnen ausbreitet, und schaden sich dadurch nur selbst.