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Kritik an Profil Islamberichterstattung im August 05
Leserbrief von Baruch Wolski - Kulturverein Kanafani
Sehr geehrte Redaktion des Profils,
Sommerloch hin, Terroranschläge her - warum sind Nachrichtenmagazinen wie das profil nicht in der Lage ihr übliches journalistisches Niveau auch nur annähernd zu halten, wenn es um Islam und Muslime geht? Die Texte zum
Thema im aktuellen Profil strotzen nur so vor boulevardesken Untergriffen und Dummheiten.
Alleine schon mit dem Titel "Islam unter Verdacht" lassen Sie keine Zweifel aufkommen, worum es Ihnen geht. In der Schlagzeile unter der Headline heißt es: "Nach den Anschlägen in London beginnt auch unter den
österreichischen Muslimen ein schmerzhaftes Hinterfragen ihrer Glaubensgrundsätze." Ich habe den Artikel sehr sorgfältig gelesen, aber es ist mir verborgen geblieben, welche theologischen Dogmen nun zur Disposition stehen. Ganz offensichtlich wollten sie damit suggerieren,
dass Terrorismus ein islamischer Glaubensgrundsatz ist.
Dass die Autorinnen der Reportage keinen Schimmer haben vom Thema derselben zeigt sich gleich im ersten Absatz, in dem sie eine Fatwa als "einen für alle Gläubigen weltweit verbindlichen Befehl" erklären. Als sie in der Schura - Moschee zu Gast waren, hätte eine kurze Nachfrage genügt.
Dann wüssten Sie, dass eine Fatwa nichts anderes ist als ein islamisches Rechtsgutachten, alleine verbindlich für diejenigen, die dem Gelehrten, der es ausgestellt hat, in dieser Sache Vertrauen schenken. Bei allem Respekt gegenüber Scheich Adnan Ibrahim, so mächtig ist ein Imam aus dem zweiten Wiener Gemeindebezirk auch wieder nicht. Oder wollten Sie Ihren LeserInnen damit weismachen, dass eine Glaubensgemeinschaft die keine Kirche kennt, zugleich quasi militärisch organisiert ist? Der Quatsch mit
dem "weltweiten Befehl" soll noch dazu wohl durch das dazugehörige Foto, in dem Scheich Adnan zu Gläubigen spricht, unterstrichen werden.
"Just während Adnans Rede wurde eine österreichische Fotografin angeherrscht, weil sie kein Kopftuch trug. Die Moschee gilt dennoch als relativ liberal. (S. 14)" Ist das besagte Foto von Scheich Adnan auf Seite 13 die Rache der armen österreichischen Fotografin für diese ausländische
Maßregelung? Ich nehme an, denn warum sollte sonst für das Hauptfoto ein Bild ausgewählt werden, bei dem er in einer derart seltsamen Pose eingefangen wurde, so dass er aussieht wie der "geifernde Jude" im
Stürmer. Im Übrigen halte ich es für eine Selbstverständlichkeit in Synagogen Käppis (und Kopftücher) aufzusetzen, in Moscheen Kopftücher und
in Kirchen nicht mit offenem Hemd oder Minirock hineinzuspazieren. Ist diese international übliche Sitte bei österreichischen FotografInnen unbekannt geblieben?
"Doppelzüngig" sind sie, die Muslime, heißt es auf Seite 14 weiters. Und selbstverständlich brauchen derartige MoslemkennerInnen wie die RedakteurInnen des Profils für eine derartige Behauptung keine Belege. Sie schöpfen offensichtlich aus Ihren reichen Erfahrungen.
Der Grad ist schmal zwischen Islam und Extremismus (S. 15). Und hätte Farid Hafez von der Muslimischen Jugend nicht einen ordentlichen Religionsunterricht erhalten, er würde heute mit Sicherheit als lebende Bombe in der U-Bahn sitzen (ebenfalls S. 15).
Konsequenterweise wird auch der Präsident der Islamischen
Glaubensgemeinschaft in Österreich, stellvertretend für alle österreichischen Muslime, in die Nähe des Terrorismus gerückt. Ein "Verharmloser" und "Abwiegler" sei er, geben Sie Ihren LeserInnen zu verstehen (S. 16). Die Kolumne über ihn, (Das Interview auszugsweise
abzudrucken hätte sie in ihrer journalistischen und dichterischen Freiheit wahrscheinlich zu sehr eingeschränkt, nicht wahr?) endet mit folgendem
Zitat: "Wir haben hierzulande Religionsfreiheit. Es gibt also keinerlei Veranlassung, gegen die hiesige Gesellschaft oder Staatsgewalt aufzutreten." Und als Schlusssatz fügt das Profil dem Zitat Schakfehs
hinzu: Und wenn es anders wäre?"
Eine interessante Frage, liebes Profil, wenn auch etwas pathetisch. Ja, was wäre denn, wenn es keine Religionsfreiheit geben würde in Österreich? Oder keine Gewissenfreiheit? Oder keine Meinungsfreiheit? Oder keine
Pressefreiheit?
Wahrscheinlich gäbe es dann ganz viel Verfassungsschutzbericht und ganz
wenig Profil - zum Beispiel.
Mit den besten Grüssen,
Baruch Wolski
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İmtisali cahidu fillah olubtur niyetim,
Dini islamın mücerred gayretidir gayretim.
Fazlı Hak ve hikmeti cündü ricalullah ile,
Ehl-i küfrü serteser kahreylemektir niyetim.
Embiyau evliyaya istinadım var benim,
Lütfü Haktandır hemen ümidi fethu ve nusratım.
Nefsim ve malımla nola kılsam cihanda içtihad,
Hamdülillah var gazaya sad hazaran rağbetim.
Ey Muhammed! Mucizatın Ahmedi muhtar ile,
Umarım galib ola Edayı dine devletim!
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