Zurück   IslamForum Ne Olursan Ol Gel > Islamforum German > Islam-Infocenter

Bu Alana Reklam Verebilirsiniz

Cevapla
 
LinkBack Seçenekler Stil

Von der theologischen Notwendigkeit dynamischer Entwicklung
Alt 08.02.2007, 17:00   #1 (permalink)
Tercübeli Üye
 
alptraum - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
alptraum isimli Üye şimdilik offline konumundadır
Üyelik tarihi: 01.01.2005
Bulunduğu yer: Aşk`dan
Yaş: 23
Mesajlar: 2.966
Tesekkür Etti: 19
50 Kunu Icin 79 Tesekkür Aldı
alptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı birialptraum Asırı Söhretli ve itibarlı biri
Tecrübe Puanı: 63
Standart Von der theologischen Notwendigkeit dynamischer Entwicklung

In memoriam Dr. Abbas Ilham Sarac




Tragisch endete eine Veranstaltung des Renner Instituts am 14. Mai 2003. Der zweite von vier vorgesehenen Vortragenden brach unmittelbar nach seinem Referat zusammen und verstarb nur Minuten später an einem Infarkt. Erschüttert löste sich die Schar der zahlreich erschienenen Teilnehmer erst langsam auf. Eingefunden hatten sich viele Menschen, die mit der Thematik der Situation und der Perspektive der Muslime in Europa selbst auf verschiedenste Weise befasst waren, was eine spannende Diskussion versprach.

Dr. Abbas Ilham Sarac war vom Dachverband türkischer Vereine nominiert worden. Er hatte brillant gesprochen, stand sein Beitrag doch ganz in der Tradition des „Fragenstellens“ und legte bloß, was uns angesichts des Themas „Islam in Europa“ jenseits von unreflektierten Katalogen mit angeblichen Unverträglichkeiten und daraus abgeleiteten Anpassungsforderungen eigentlich beschäftigen sollte. Hinter der großen Sachlichkeit, mit der er das Eingangsreferat des Vorredners geradezu sezierte, blieb die große innere Beteiligung spürbar. In Bitterkeit verpackte tiefe Skepsis über die Qualität des Diskurses gipfelte in der provokanten Frage, wer denn den „neuen Koran“ schreiben wolle. Dass die Authentizität des Islam gerade vor der Herausforderung des modernen Wandels zu bewahren sei, mehr noch durch aus der Religion erwachsende Positionen zu beleben wäre, darauf schienen seine Fragen zu zielen. Mit dem Satz. „Der Islam ist der Islam!“, schied er aus dem Leben.

Prof. Dr. Faruk Sen vom Zentrum für Türkeistudien der Universität Essen hatte zu Beginn des Abends in einem Referat über seine kleine soziologische Studie Überlegungen zum künftigen Gesicht des Islam in Europa angestellt, den er als fern von Islamismus oder Fundamentalismus einordnet. Der Untersuchung stellt er folgende Gedanken voran:

„Eine aktive Förderung eines europäischen, pluralistischen Islam
würde bei den muslimischen Migranten in Deutschland auf fruchtbaren
Boden fallen und erscheint damit aus integrationspolitischer Sicht mehr
als lohnend. Bestimmte normative Forderungen wären an einen solchen
„Euro-Islam“ zu stellen. Er müsste auf fünf Säulen fußen: der Ablehnung
der Scharia, dem Prinzip des Laizismus, der Kompatibilität islamischer
Lebensweisen mit den Normen der Industriegesellschaft, Treue zur
verfassungsmäßigen Ordnung der Aufnahmeländer und Zustimmung zu
Demokratie und Pluralität. Es gibt deutliche Anzeichen, dass ein solches
Islamverständnis eine wirkliche Grundlage hätte.“

Nach den so brennend formulierten Fragen von Dr. Sarac, die nun als eine Art Vermächtnis noch tieferen Eindruck auf mich machen, möchte ich nicht erst bis zur Fortsetzung der auf unbestimmte Zeit verschobenen Podiumsdiskussion warten, sondern einige Gedanken zu den zitierten Überlegungen ausführen.

Prinzipiell zuzustimmen wäre der Analyse Dr. Sens, dass die muslimische Bevölkerung in der EU sich in einem positiven Entwicklungsprozess befindet. Wenn ich auch sehr viel zur Studie an sich kritisch anzumerken hätte, vor allem die zentral formulierten „fünf Säulen“ betreffend. Bereits Dr. Sarac hatte die Begrifflichkeit in Frage gestellt, die Assoziationen zur Basis der muslimischen Glaubenspraxis weckt - dem Bekenntnis des Monotheismus und des Propheten Muhammads als letztem Gesandten Gottes, dem Gebet, der sozialen Pflichtabgabe, dem Fasten im Ramadan und der Pilgerfahrt nach Mekka. Ob diese etwa abgelöst werden sollten, war seine Frage. Berechtigt, denn schließlich wurde zuvor nichts Geringeres gefordert als die Abschaffung der Scharia, die diese Glaubenspraxis behandelt.

Aber schon die Wahl des Begriffes „Euro-Islam“ erscheint mir äußerst problematisch und der Sache nicht dienlich.
- Euroislam impliziert, dass es einer speziellen „neuen“ Ausformung des Islam bedürfe. Mehr noch lässt der Bergriff Islam als defizitär erscheinen, als stünde die Religion per se erst einmal in Widerspruch zu westlichen Werten wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und bedürfe eines Korrektivs.
- Demgegenüber ist es aber eine Tatsache, dass sich Muslime in Europa verstärkt des dynamischen Anspruchs ihrer Religion besinnen. Auf Basis der Quellen Koran/Sunna sollen Antworten auf Fragen gefunden werden, die dem islamischen Anspruch genügen, Zeit, Ort und handelnde Personen (Gesellschaft) zu berücksichtigen.
- Die Ausbildung von „Islam in Europa“ ist also ein Prozess, den die Religion als solche fordert und der daher nicht als Forderungskatalog an die Muslime normativ herangetragen werden muss.

Verschiedene, teilweise eng miteinander verknüpfte Faktoren bestimmen diese Entwicklung und treiben sie voran:
- Islamische Vielfalt trifft in Europa unmittelbar im Alltag zusammen und fördert den Gedankenaustausch und die Diskussion. Vielfalt wird als Chance vielfältiger Lösungsansätze seitens der islamischen Theologie grundsätzlich positiv bewertet.
- Muslime erleben die Gemeinsamkeit der Situation, in der sie vielfach unter Rechtfertigungsdruck stehen (Integrationsdebatte, 11. September), was diesen Austausch besonders erstrebenswert und geboten erscheinen lässt.
- Der Status als Minderheit wird bewusster.
- Die 2. und 3. Generation sucht gegenüber der 1. Generation, die noch mit der eigenen Existenzsicherung beschäftigt war und das Leben in Österreich als Provisorium betrachtete, nach neuen Wegen.
- Identität ist einem Wandel unterzogen. Kompatibilität von Islam mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus, mit einem teilhabenden Leben in der europäischen Gesellschaft wird nicht nur thematisiert, sondern als zur Identität selbstverständlich zugehörig nach außen getragen.
- Daher ist auch ein Nachdenken über einen authentischen Islam festzustellen. Überkommene Traditionen werden kritisch beleuchtet und in Frage gestellt.

Die Idee einer Förderung positiver Tendenzen ist interessant. Darum hier der Versuch, fünf besonders relevante Punkte aufzustellen. Punkte die im Sinne des beidseitigen Prozesses der Integration für die muslimische Bevölkerungsgruppe wie für Menschen anderen Glaubens von Bedeutung sind:
- Gewährleistung des Status verfassungsmäßiger Anerkennung für Muslime (Modell Österreich), der die Beziehungen zueinander klar definiert und so das Recht auf freie und öffentliche Religionsausübung und innere Autonomie herausstreicht. Muslime genießen so innerhalb eines säkularen (nicht laizistischen) Systems den Schutz des Staates.
- Maßnahmen von Empowerment vor allem der jungen Generation und hier der Frauen, die den jeweiligen Hintergrund als Bereicherung einbeziehen (Bilingualität, kulturelle Kompetenzen). Erst ein bewusstes Umgehen mit möglicherweise multiplen Identitäten fördert Dialogfähigkeit, auf die es ankommen wird, um Vorurteile und Spannungen abzubauen.
- Partizipation als Weg zu Integration, auf allen Ebenen, sei es Arbeitswelt oder Politik
- Eigenständigkeit, durch die sich „Islam in Europa“ erst entfalten kann
- Die Herausforderung der Vielfalt als Chance wahrnehmen. Wer mit der eigenen Vielfalt gelernt hat kreativ umzugehen, ist auch den modernen Gegebenheiten einer immer pluralistischeren Gesellschaft gewachsen und kann hier positive Beiträge leisten.

Auch Wochen nach der denkwürdigen Veranstaltung im Renner Institut kreisen die Gedanken um diesen Abend.

Dr. Sarac, Allah yirhamu, Gott möge ihn in Seine Gnade aufnehmen, brachte mir mit seinen Fragen ins Bewusstsein, warum der Dialog oder die Beschäftigung mit dem Islam in Europa oft stecken bleibt. Wir werden uns nicht von der Stelle bewegen, solange wir nicht ehrlich auch auf die Urängste der europäischen Mehrheitsbevölkerung eingehen. Es geht an der Sache vorbei, damit argumentieren zu wollen, dass die Muslime in den reichen Spaß- und Industriegesellschaften ihre Religion sowieso nicht praktizierten oder frei nach Gusto modifizierten. Genauso wenig wird es beruhigen, wenn im Zuge der Diskussion um einen möglichen EU Beitritt der Türkei deren Laizismus gepriesen wird. Abgesehen davon, dass es einiger Erklärung bedürfte, wie man von Trennung von Staat und Religion sprechen kann, solange ein eigenes Religionsministerium die Auslegung des Islam nach den Kriterien der Staatsideologie besorgt, kann sich der Eindruck verstärken, erst das Korsett der Deklarierung als strikte Privatsache – dazu staatlich kontrolliert- könne den Islam „bändigen“.

Um eine theologische Auseinandersetzung werden wir also nicht herumkommen, die selbstverständlich von muslimischen Experten maßgeblich getragen werden soll. Das Prädikat eines Experten auch für islamische Theologie kann sich dabei allerdings nicht automatisch jeder Wissenschaftler gleich welchen Fachgebiets anheften, wenn er nur durch seine Biographie einen Islambezug mitbringt. Welche Ahnungslosigkeit hinsichtlich der Inhalte des Islam in Europa herrscht, zeigt sich auch an der Akzeptanz solcher Personen außerhalb des muslimischen Kreises. Das alte Bild des „Universalgelehrten“ steht plötzlich wieder vor Augen, denkt man sich Persönlichkeiten, die prädestiniert wären, auf dem Boden der islamischen Theologie aktuelle Bezüge herzustellen.

Ein gangbarer Weg ist die verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es ist an der Zeit die speziellen Zugänge und Einschätzungen der Ethnologie, der Soziologie, der Pädagogik, der Vergleichenden Religionswissenschaft, der Islamwissenschaft und der Geschichte, wobei die Reihe fortzusetzen wäre, mit in der Praxis des religiösen Lebens in Europa vertrauten und religiös gebildeten Muslime zusammen zu bringen.

Die Stadt Graz wird vom 13. bis 15. Juni Austragungsort der durch das Außenministerium und das Land Steiermark mitgetragenen Europäischen Imamekonferenz sein, die auf Initiative Frau Dr. Ferrero Waldners, des Rais al Ulema Dr. Mustafa Ceric, und des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Prof. Schakfeh zustande kam. Von dieser Konferenz könnten wesentliche Impulse ausgehen, die nicht nur innermuslimisch die Diskussion beleben, sondern auch nach draußen ein deutliches Signal setzen: Ein Leben als praktizierender Muslim in Europa ist absolut vereinbar mit den als „europäisch“ beschriebenen Werten.
__________________
İmtisali cahidu fillah olubtur niyetim,
Dini islamın mücerred gayretidir gayretim.
Fazlı Hak ve hikmeti cündü ricalullah ile,
Ehl-i küfrü serteser kahreylemektir niyetim.
Embiyau evliyaya istinadım var benim,
Lütfü Haktandır hemen ümidi fethu ve nusratım.
Nefsim ve malımla nola kılsam cihanda içtihad,
Hamdülillah var gazaya sad hazaran rağbetim.
Ey Muhammed! Mucizatın Ahmedi muhtar ile,
Umarım galib ola Edayı dine devletim!
  Alıntı ile Cevapla
Cevapla

Lesezeichen

Seçenekler
Stil

Yetkileriniz
Konu Acma Yetkiniz Yok
Cevap Yazma Yetkiniz Yok
Eklenti Yükleme Yetkiniz Yok
Mesajınızı Değiştirme Yetkiniz Yok

BB-Code ist Açık.
Smileler Açık
[IMG] Kodları Açık
HTML-Kodu Kapalı
Trackbacks are Açık
Pingbacks are Açık
Refbacks are Açık
Hizli Erisim



WEZ Format +2. Şuan Saat: 11:25.


Powered by vBulletin® Version 3.7.2
Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.

Template-Modifikationen durch TMS
IslamForumAd Management RedTyger